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Schulwesen bis 1945

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts bestanden erste Bildungsmöglichkeiten für adlige Nachkommen im Kloster Dargun durch die Mönche. 1552 endet diese Möglichkeit wegen der Säkularisierung des Klosters. 1581 wurde in den Akten eine Küsterschule (heute: Burgstraße 7) erwähnt. 1647 wurde diese, durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörte Schule, wieder aufgebaut. Genutzt wurde sie bis 1906.

 

Ähnlich wie in anderen deutschen Staaten wurde auch in Mecklenburg im Verlauf des 18. Jahrhunderts die allgemeine Schulpflicht proklamiert. Jedoch konnte sie erst im 19. Jahrhunderts durchgesetzt werden.

 

In Dargun scheint die Durchführung des „Schulzwanges“ recht schwierig gewesen zu sein. Noch 1772 wollten die freien Leute keinen Schulzwang anerkennen. Trotz aller Regierungserlasse war die unterrichtliche Erfassung aller Kinder erst möglich, nachdem den Eltern der Wert einer guten Schulbildung klar geworden war. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Zahl der Schulkinder in Dargun so gestiegen, dass an der sogenannten Großen Schule 6, an der Küsterschule 2 Klassen vorhanden waren. Die Klassen der Großen Schule waren, zum Teil in gemieteten Räumen untergebracht, über den ganzen Ort verteilt. 1848 wurde deswegen der Bau eines Schulhauses mitten im Ort genehmigt. Indes sollten bis zum Beginn des Baues noch einige Jahre ins Land gehen. Um für die zerstreuten Klassen die gleichzeitige Erteilung der Stunden zu sichern, wurde mitten im Ort eine große Glocke aufgestellt, deren Läuten Beginn und Ende der Stunden anzeigen sollte. Nach langen Verhandlungen über Aufbringung der Kosten wurde im Frühjahr 1855 mit dem Bau des Schulgebäudes (nach den roten Klinkersteinen: „Rote Schule“) begonnen, und im Sommer 1856 wurde es bezogen. Es enthielt die Wohnung für einen verheirateten und zwei unverheiratete Lehrer. 1911 reichte der Raum nicht mehr, die Lehrerwohnung wurde deswegen zu Schulräumen umgebaut. 1912 wurde das Gebäude mit einer Dampfheizungsanlage versehen. Um1925 wurde die Schule in: „Höhere Private Knaben- und Mädchenschule“ umbenannt. 192 Mark Schulgeld mussten hier jährlich gezahlt werden.

 

Die Küsterschule war in der alten Küsterei neben der Pfarre untergebracht.

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